
Liebe Feminist*innen, liebe Gefährt*innen, liebe Streikende!
Morgen ist der 8. März – der internationale feministische Kampftag. Ein Tag zum Streiken, zum Kämpfen und auch zum Feiern. Wir feiern feministische Errungenschaften, die hart erkämpft wurden. Und gleichzeitig kämpfen wir weiter, gegen alle Angriffe auf unsere Rechte, gegen alle reaktionäre Rückschritte. Wir kämpfen für den Feminismus und für eine Welt, in der alle ohne Angst verschieden sein können!
In vielen Staaten sehen wir die Gefahr, dass einmal erkämpfte Rechte wieder abgeschafft werden. Die Trump-Regierung in den USA bemüht sich gerade um die praktischen Umsetzung der faschistischen Dystopie. Eines ihrer ersten Opfer sind trans Menschen.
Und auch in Deutschland erkennen wir ähnliche Tendenzen. Wir haben einen Wahlkampf hinter uns, in dem sich fast alle Parteien bereitwillig dem von rechter Seite ausgerufenen Wettlauf um die „beste“ Abschiebepolitik angeschlossen haben. Gleichzeitig will die CDU das Selbstbestimmungsgesetz wieder abschaffen und schlägt mit Zustimmung von SPD und Grünen tiefe Löcher in das neue Gewalthilfegesetz.
Aber schauen wir auch vor die eigene Haustür. In Dresden gingen über die Hälfte der Stimmen an rechte und extrem rechte Parteien. Die Ergebnisse sagen etwas über die Einstellungen von den Menschen aus, die hier wohnen. Wie vielen soziale Missstände egal sind. Wie viele nur an sich denken, ohne Rücksicht auf andere. Es zeigt auf, wie viele Menschen nicht über den eigenen Tellerrand hinausschauen wollen.
Das ist gefährlich und gleichzeitig enttäuschend. Es bleibt uns nichts anderes übrig, als unsere Wut darüber in Kraft für politische Arbeit umzuwandeln. Geht auf die Straße und macht was gegen das Ohnmachtsgefühl! Organisiert euch, denn zusammen aktiv zu sein gibt Mut!
Seit fünf Jahren sehen wir als Queer Pride unsere Aufgabe darin, queere Liebe, queere Körper, queere Stimmen, queeres Leben zu feiern und eine solidarische queere Community zu schaffen. Unsere selbstbewusste Sichtbarkeit als queere Menschen ist unser Widerstand gegen fremdbestimmte Zurichtungen und gewaltvolle Ausgrenzungen.
Trotz aller Probleme haben wir es in einer Großstadt wie Dresden noch verhältnismäßig leicht. Auch hier nehmen rechte Gegenproteste zu, aber in kleineren Städten gibt es quasi keine CSDs ohne Störungen von Nazis. Deshalb gehen solidarische Grüße an alle Menschen raus, die im ländlichen Raum standhaft bleiben!
Denn gemeinsam sind wir lauter, können voneinander lernen und uns gegenseitig unterstützen!
Zusammen sind wir so viele nachdenkliche und selbstbewusste, einfühlsame und entschlossene, zornige und zarte queere Stimmen! Und nur gemeinsam können wir uns hier behaupten gegenüber denjenigen Organisationen und Strukturen, die unsere Rechte und Selbstbestimmung immer wieder angreifen!
Auch heute stehen wir hier unter vielen engagierten Menschen, die sich dem patriarchalen Machtanspruch widersetzen. Das gibt uns Zuversicht, dass wir als queere, als antifaschistische, als feministische Bewegung weiterhin zusammen stehen werden. Vielen Dank dafür an euch alle!
Wir haben für die Pride dieses Jahr in Dresden ein ziemlich simples Motto gewählt. Es heißt „QUEER AND ANTIFASCIST – unsere Brücken halten!“ Weil wir finden: Antifaschismus und queere Befreiung gehören zusammen.
Denn Antifaschismus ist Voraussetzung für die Welt, wie wir sie uns erträumen. Um nichts weniger geht es uns: Wir wünschen uns eine Welt, in der alle sicher leben können. Eine Welt, in der niemand in enge geschlechtliche und sexuelle Normen gezwungen wird. Eine Welt, in der Menschen leben können, wo sie wollen und die Versorgung bekommen, die sie brauchen. In der jeder Mensch gleichberechtigter Teil der Gesellschaft ist. Teil einer solidarischen und empowernden Gesellschaft, in der jeder einzelne Mensch strahlen kann.
Diese Welt von der wir träumen wird bedroht. Aber wir werden diesen Traum niemals aus den Augen verlieren. Wir Träumen und Tanzen weiter. Wir feiern und fighten. Wir organisieren uns und bauen Bündnisse auf. Wir machen weiter, weil wir an eines ganz fest glauben: Unsere Liebe und unsere bunten Träume sind stärker als rechter Hass und graue kapitalistische Gleichförmigkeit.
Lasst uns unsere Träume gemeinsam verwirklichen. Lasst uns heute den Widerstand gegen alle antifeministischen Arschlöcher auf dieser Welt ausrufen: Wir lassen uns nicht einschüchtern, wir lassen uns nicht vertreiben, und wir werden uns erst recht nicht verstecken!
Wir streiken weiter für Freiheit, Selbstbestimmung und Gerechtigkeit! Und wenn wir dabei gegenseitig füreinander einstehen, dann werden unsere Brücken halten, dann werden wir diesen Kampf auch gewinnen!
„We’re here, we’re queer – we’re fabulous, don’t mess with us!“